Fr 26.10.2007 08:45 Uhr | | Kamerad Pferd
Pferde war´n zu allen Zeiten stets dem Menschen treu ergeben,
standen hilfreich ihm zur Seite,oft ein ganzes Pferdeleben.
Makellos und ohne Tadel,viel gepriesen ihre Stärke.
Voller Anmut,Stolz und Adel,züchterische Meisterwerke.
Manchen dieser edlen Tiere ward ein Denkmal auferstellt,
und fast auf der ganzen Erde hat man laut von ihm erzählt.
Doch wer denkt an alle diese,die imRampenlicht nicht stehen.
Die noch keine grüne Wiese,keinen hellen Stall gesehen.
Wer denkt an die Grubenpferde,die in immer dunkler Nacht,
tief dort unten in der Erde,all ihr Leben zugebracht?
Und das unbekannte Pferd,dass im Krieg Dein treuer Freund gewesen,
dass die Kugel von Dir abgewehrt,sag,wo kann ich seinen Namen lesen?
Und das Pferd dort im Waggon wartet auf den nahen Tod.
Warum in besten Jahren schon,wer gab ihm kein Gnadenbrot?
Es hat sein bestes stets gegeben,nun ist´s gebunden und gefangen.
Und muss so früh in seinem Leben dafür den bitteren Lohn empfangen.
Ich kauft es gerne,wär ich reich,sein Blick stellt mir so viele Fragen.
Doch kann ich traurig und beschämt zugleich,nur leise DANKE zu ihm sagen.
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Fr 26.10.2007 08:43 Uhr | | Tödliches Vertrauen
Endlose Stille bei dunkler Nacht,
die Stute über ihre Herde wacht.
Glasklare Augen schauen ruhig in die Weite,
beruhigende Wärme des Menschen an ihrer Seite.
Zuerst beunruhigten sie die Schritte im Gras,
Anspannung aller Muskeln, die sie am Körper besaß.
Warnendes Schnauben für ihre Herde,
furchtsames Wiehern der ihr anvertrauten Pferde.
Als Wächter blieb sie bis zum Schluß stehen
und sah die Mähnen der angstvoll galoppierenden Pferde wehen.
Sie hatte die Gefahr früh genug erkannt
und wäre bei einem Wolf wohl auch weggerannt.
Doch die Silhouette eines Menschen im letzten Licht
fiel bei ihrer Entscheidung ins Gewicht,
gebannt auf ihrem Fleck zu verharren
und neugierig auf den Menschen zu starren.
Freundlich wiehernd begrüßt sie den Unbekannten,
sich nicht bewußt, dass die anderen Pferde um ihr Leben rannten.
Stöbert gierig nach einem Apfel in den Taschen,
lässt sich hoffnungslos von ihm überraschen.
Leuchten der Klinge im Mondlicht -
hier spricht die Gewalt, kein Gericht.
Schmerzverzerrte ungläubige Augen,
Instinkte der Natur zu nichts mehr taugen.
Zustechen der Klinge immer wieder,
Zusammenbrechen der alten Glieder.
Den Kopf hebt sie mit letzter Kraft,
aus tiefen Wunden strömt der Lebenssaft.
Instinkte der Natur waren erwacht,
nicht das Raubtier Mensch bedacht.
Letztes Schnauben als Warnung für ihre Herde,
im Mondlicht wild galoppierende Pferde.
Die Sonne geht strahlend auf am nächsten Tag,
keiner diese schreckliche Tat zu verstehen mag.
Stumm steht die Herde bei ihrem Artgenossen,
ein Pferd hat noch nie eine Träne vergossen.
Zitternd leidend in endloser Qual,
das Pferd hatte hier keine andere Wahl.
Vertrauen und bedingungslose Treue,
der Täter Mensch kennt keine Reue.
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Fr 26.10.2007 08:42 Uhr | | Nur für Dich
Willst du mich nur als Tunierpferd oder ist es die Liebe die uns zusammenhält?
Ist es mein beeindruckender Tölt oder mein sanftes Wiehren das dir an mir gefällt?
Hättest du mich auch gekauft, wenn ich ein gewöhnliches Freizeitpferd wär?
Reicht dir ein zweiter Platzt, oder verlangst du immer mehr?
Respektierst du es, wenn ich heut mal mies drauf bin, oder schleppst du mich zum nächsten Tunier?
Verstehst du nicht das deine Gier nach Ruhm mich innerlich zerstört?
Mein Vertrauen aufhört.
Ich tu das nur für dich, oder glaubst du, dass es in meiner Natur liegt ohne Fehler durch die Bahn zu tölten?
Ich tu das nur für dich.

Wenn ich nachts in meinen Träumen
auf dem Pferderücken sitz,
galoppier ich zwischen Bäumen
schnell und feurig wie ein Blitz.
Ich reit´nen wundervollen Schimmel
Seine Tritte hoch und weit,
fühl´mich wie im siebten Himmel,
wie in der Unendlichkeit.
Und ich tölte über Felder
ohne Sattel, ohne Zaum
und durch große, stille Wälder,
leider alles nur im Traum.
Doch der wundervolle Schimmel
ist Realität zum Glück.
Er ist für mich der siebte Himmel
und bringt ein Stück vom Traum zurück.

Jenseits des Gatters
an endlosen Tagen
stehn sorglose Pferde.
Gräser sie nagen.
Mal hebt sich ein Kopf
kurz, um zu schauen,
und senkt sich dann wieder
zum Kauen ...

Auch ein Pferd hat ein Recht
Wo wäre der Mensch den geblieben
hätte er nicht zum Freunde das Pferd
Es hilft dir schon tausend Jahre
kennst überhaupt seinen Wert?
Es trug dich geduldig durch Berge,
zog den Wagen und pflügte das Tal,
im Krieg half es mutig dir siegen,
wie oft litt es Schmerz und Qual?
Auch ein Pferd hat ein Recht,
wenn es müde ist,
auf Rast und Ruhe, wie du,
drum dank ihm die Treue
lass ihm die paar Jahre,
zeig ein Herz,
denn sie stehen ihm zu.
Doch wehe, wenn krank es geworden
weil der Mensch oft die Grenzen nicht kennt,
dann wird es verkauft und verlassen,
das Pferd, das er Freund so oft nennt.
Dann steht es zusammengetrieben,
verlassen in Markthalle 8
sucht vergebens sein neues Zuhause
und wird dann zur Schlachtbank gebracht.
Mit Angst in den so treuen Augen,
beim letzten Weg voller Qual,
blickt suchend nach dir in der Runde
und wiehert dir zu ein letztes Mal.

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Fr 26.10.2007 08:40 Uhr | | Im Morgennebel
Im Nebel des Morgens,noch unscheinbar
Stehen sie dort,aber man nimt sie kaum war.
Diese üppige Mähne,dies dichte Fell
und das Deckhaar,es glänzt von dunkel bis hell.
DA!!der erste Sonnenstrahl,
Ein Zittern geht durch die Herde.
Und man hört mit einem mal
Wie das Stampfen der Hufe lauter werde.
Der letzte Hauch des Nebels schwindet
und es windet.
und wie der leithengst laut wiehert.
Die ganze Herde galloppiert.
Sie laufen voll Wildheit und Energie
ACH,wäre ich doch nur so wie SIE.

Wer kann diesen Augen widerstehen,
in denen man Feuer und Sanftmut kann sehen?
Wer träumt nicht davon sie zu reiten
damit alle Sorgen entgleiten?
Im leichten Gange sie schweben,
die Zeit steht still - man vergisst das Leben.
Ihre Hufe hallen wieder von endloser Weite,
ein Wiehern, ein Schnauben von jeder Seite.
Wem gegeben sind solche Pferde,
der braucht nichts als sie auf dieser Erde.

Keine Worte mögen je dieses Pferd beschreiben,
denn tief in seinem Herzen wird ein Götterpferd es bleiben.
Wenn der Donner grollt in der Nacht,
das Schattenpferd mit einem Schrei erwacht.
Mächtig, stolz und schön es galoppiert über das Land,
nie wird es einer bekommen in seine Hand...
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Do 25.10.2007 14:38 Uhr | | Das fünfte Gebot

Es steigt der Nebel vom Wiesengrund auf,
noch ist es still, noch schläft die Welt.
Bald dämmert der Morgen und es verblasst
der letzte Stern am Himmelszelt.
Doch trügt diese Ruhe, das Unheil naht schon
in Form einer grünen Gestalt,
ein Tier auf zwei Beinen, mit einem Gewehr
verbreitet es Schrecken im Wald.
Es tritt auf die Lichtung der mächtige Hirsch,
er wittert und hebt sein Geweih,
erst fällt ein Schuss, dann ein zweiter, ein dritter,
veim vierten erst ist es vorbei.
Vier Kugeln, du Mörder, sag, schämst du dich nicht,
danach ist dein Opfer erst tot,
du tötest aus purer Lust das, was Gott schuf,
missachtest das fünfte Gebot.
Es schwimmt die Forelle im glasklaren Bach,
ahnt nicht die Gefahr, die ihr droht.
Der Angler am Ufer, der Haken im Wasser,
bedeuten den qualvollen Tod.
Ein Fisch kann nicht sprechen, sonst würde er schrein,
denn Schmerzen empfindet auch er.
Hättest du Mensch diesen Haken im Maul,
du angeltest so schnell nicht mehr.
Die Falle im hohen Gras gut versteckt,
den Füchsen ein grausamer Feind,
es warten drei Welpen vergeblich im Bau,
dass endlich die Mutter erscheint.
Es wäre ein Wunder, wenn einer der drei
den morgigen Tag überlebt,
doch dem Fallensteller, dem wünsch ich, dass er
in die eigene Falle gerät.
Der Jäger im Hochsitz, dort am Waldesrand,
voll Ungeduld späht er hinaus,
die Beute taucht in seinem Zielfernrohr auf,
gleich löscht er ein Leben aus.
Und wieder steigt Nebel vom Wiesengrund auf,
immer noch schläft und schweigt die Welt.
Doch werden wir dieses Morden anklagen,
so lange, bis kein Schuss mehr fällt.
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