Zerstörung des marinen Lebensraumes stoppen
Wale und Delfine stehen extremen Herausforderungen gegenüber, weil ihre Lebensräume durch die wachsende Menschheit zahlreichen Belastungen ausgesetzt sind: Menschen verursachen immer mehr Lärm in den Ozeanen, sind verantwortlich für das Abschmelzen der Polkappen, die wichtige Nahrungsgründe darstellen, und benutzen schnellere Schiffe als jemals zuvor, die vermehrt zu Kollisionen mit Meeressäugern führen.
Diese unbeabsichtigten Bedrohungen für Wale und Delfine und ihre Lebensräume können verheerend sein. Wir arbeiten hart, um die Meeressäuger vor chemischer Vergiftung, Nahrungsknappheit, Klimawandel, Schiffsverkehr und Lärm durch Industrie und Tourismus zu schützen. Wir leisten einen wichtigen Beitrag durch unsere Forschung über den Status von gefährdeten Wal- und Delfinpopulationen, Verhandlungen mit Entscheidungsträgern, um zum Beispiel Schifffahrtsrouten, die Wale gefährden, zu verlegen, oder die Aufdeckung von Zusammenhängen zwischen Lärmbelastung und Strandungen von Waltieren.
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Laute Meere
Durch Menschen verursachter Lärm trägt in der marinen Umwelt bereits zu einem hohen Hintergrundlärmpegel bei. Das Gehör ist für Wale und Delfine das wichtigste Sinnesorgan. Die Fähigkeit, zu hören, ist für alle Schlüsselfunktionen ihres Lebens, wie z. B. die Nahrungssuche, die Orientierung und das Sozialverhalten, unersetzlich. Jegliche Verminderung des Hörvermögens, sei es durch physischen Schaden oder durch die Überlagerung mit anderen Geräuschen, kann die Lebensfähigkeit einzelner Individuen und damit ganzer Populationen stark beeinträchtigen.
Durch Menschen verursachter Lärm trägt in der marinen Umwelt bereits zu einem hohen Hintergrundlärmpegel bei. Die Lärmverschmutzung stammt von Schiffsverkehr, militärischen Aktivitäten, akustischen Scheuchvorrichtungen der Fischerei („pinger“), der Meeresforschung sowie von den sog. „airguns“, mit Luftdruck arbeitenden Geräten, die bei seismischen Messungen zum Auffinden von Öl- und Gasvorkommen eingesetzt werden. Eine neu aufkommende Gefährdung für Wale und Delfine sind Meeres-Windparks. Während viele Lärmquellen nur lokal wirksam sind, benutzt das Militär seit einiger Zeit eine sehr wirkungsreiche Schiffsortungstechnologie, die im Meer intensiven Schall über mehrere tausend Kilometer verbreiten kann.
Die möglichen Auswirkungen des durch den Menschen verursachten Lärms auf Wale und Delfine reichen von der direkten Verletzung der Tiere – vor allem in der unmittelbaren Nähe der Lärmquelle – bis hin zu Verhaltensänderung, zunehmendem Stress und der Vertreibung aus wichtigen Lebensräumen.
Die WDCS setzt sich auf verschiedenen Ebenen ein, um das Meer zu einem leiseren Lebensraum zu machen. Wir verhandeln mit Entscheidungsträgern aus den Bereichen der Industrie und des Militärs und fordern die verpflichtende Durchführung von Umweltverträglichkeitsprüfungen vor dem Einsatz von Lärm erzeugenden Geräten im Meer.
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Tod durch Schiffskollision
Kollisionen zwischen Schiffen und Walen oder Delfinen kommen möglicherweise häufiger vor als bisher angenommen und stellen besonders im Fall von stark gefährdeten oder geographisch isolierten Populationen eine ernsthafte Bedrohung dar. Zusätzlich zu den bisherigen Gefährdungsursachen ist die Belästigung von Meeressäugern vor allem in Küstengewässern ein bis heute kaum untersuchtes Problem.

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Strandungen
Die Erklärungen für Wal- und Delfinstrandungen gehen weit auseinander, wobei bestimmte Faktoren die eine oder andere Theorie unterstützen.

Manche Tiere sterben und werden an den Strand gespült, andere stranden lebend und manche geraten in seichtes Wasser, von wo aus sie nicht mehr ins Meer zurückgelangen. Lebende Tiere können einzeln oder in einer Gruppe stranden und auch wenn hin und wieder ein Tier alt oder krank ist, sind viele Tiere gesund.
Einige Arten dürften häufiger stranden als andere, in Neuseeland zählen dazu z.B. Pilotwale, die oft in Gruppen von Hunderten Tieren stranden.
Die WDCS macht sich für die Rettung gestrandeter Meeressäuger in Großbritannien und zahlreichen anderen Ländern stark. In Neuseeland haben wir viele Jahre „Project Jonah“ unterstützt, das in den letzten Jahrzehnten Tausende gestrandete Wale und Delfine retten konnte. Außerdem wurde dort auch eine Methode zur Rettung lebender Tiere entwickelt, die auf dem Gebiet der Hilfeleistung für gestrandete Meeressäuger neue Maßstäbe gesetzt hat. Die WDCS hat die Ausrüstung, die u.a. auch von „Project Jonah“ verwendet wird, in Großbritannien eingeführt. Die Pantoons – eine Kombination aus Schlauchboot und aufblasbaren Bojen – und anderes Equipment werden heute an strategisch günstigen Orten an der gesamten Küste Großbritanniens von den RetterInnen der „British Divers Marine Life Rescue“ für Einsätze bereit gehalten.
Die WDCS unterstützt auch Organisationen zum Schutz von Meeressäugern in Südamerika. Diese NGOs – wie z.B. ACOREMA in Peru und Fundacion Cethus in Argentinien – zählen zu den Fachleuten vor Ort, wenn Strandungen passieren. Außerdem war die WDCS an der Rettung bedrohter Ganges-Flussdelfine in Asien beteiligt. Erfahrene WissenschafterInnen der WDCS setzten ihr ganzes Wissen und Können ein, um die Tiere zu retten.
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Ein dreckiger Giftcocktail
In einigen Gebieten der Welt sind die an den Strand gespülten toten Körper von Walen und Delfinen so stark kontaminiert, dass sie als Giftmüll gesondert entsorgt werden müssen.
Verursacher: Der Mensch
Die Ursachen für die Verschmutzung der Meere mit chemischen Schadstoffen sind vielfältig. Dazu zählen Abwässer der Haushalte und der Industrie, Stoffe, die von Mülldeponien ins Meer sickern oder über Flüsse ins Meer eingetragen werden, Verunreinigungen der Luft, die über Regen und Flüssen ins Meer gelangen, Tankerunfälle, Reinigung der Öltanker auf offener See, Abflüsse von Bergbauarbeiten oder Einträge aus der Landwirtschaft (chemische Dünger, Insektizide, etc. die über Flüsse ins Meer gelangen).

Auswirkungen auf den Lebensraum
Zahlreiche Flüsse, Mündungsgebiete und Küstengewässer in der Nähe von großen Städten oder Industriegebieten sind eutrophiert und mit Schwermetallen kontaminiert. Giftige Algenblüten nehmen in der Nähe von Mündungsgebieten und Buchten deutlich zu.
Die Auswirkungen chemischer Verschmutzung auf Wale und Delfine gehen von direkten Vergiftungen bis hin zur Beeinträchtigung und Zerstörung wichtiger Lebensräume. Langlebige organische Verbindungen, u.a. Pestizide, wie z. B. das DDT, und so bekannte Industriechemikalien wie die PCB (Polychlorierte Biphenyle) gelangen in die marine Umwelt und reichern sich bis zum Ende der Nahrungskette, an dem Wale und Delfine stehen, an.
Das Thema der chemischen Verschmutzung spielt bei zahlreichen WDCS-Schutzprojekten eine Rolle. Wir erforschen den Kontaminationsgrad der Tiere und informieren Entscheidungsträger. Unser Ziel ist es, den Lebensraum Meer vor weiterer Verschmutzung zu bewahren
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Klimawandel
Momentan beobachtete sowie vorhergesagte Veränderungen in der Atmosphäre, dem Wetter und der Ökosysteme des Festlandes werden sich mit Gewissheit auch auf die Meere auswirken.
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Verlust des Lebensraumes
Der Lebensraumverlust ist besonders für Wale und Delfine mit einem kleinen Verbreitungsgebiet kritisch, so zum Beispiel für einige in Flüssen lebende Delfinarten.
In Flüssen
In vielen Regionen werden durch Dammbau, Fischfangeinrichtungen und Wasserverbrauch Lebensräume zerstört. In einigen Teilen der Erde haben Maßnahmen zur Regulierung des Wasserhaushalts, zum Hochwasserschutz sowie umfangreiche Flussausbaumaßnahmen, einschließlich der Entnahme von Oberflächenwasser, zu Populationsabnahmen geführt.
An Küsten und im offenen Meer
Lebensraumverlust betrifft aber auch die Arten der Küsten und der offenen Meere. Die Veränderungen in der Atmosphäre, den Wettermustern sowie den Meeresökosystemen werden derzeit beobachtet und es werden Veränderungen der Meeresoberfläche und ein Anstieg des Meeresspiegels vorhergesagt. Veränderungen an den Polkappen können Niederschlag und Salzgehalt beeinflussen. Temperaturveränderungen können Auswirkungen auf küstennahe Regionen mit Auftriebsströmungen haben, möglicherweise die Nährstoffkonzentration und die Produktivität verringern und somit die gesamte Nahrungskette beeinflussen.
