Mo 26.11.2007 23:01 Uhr | | Fick die Muse Nocte Obducta
Wo faule Samen übler Dichter Hippokrenes Quell besudeln
Wachsen nur noch Dornenbäume, plärren nur noch Totgeburten
Was ihr schafft ist leer und sinnlos; totgebor'nes, kaltes Fleisch
Versperrt den Weg zum Schattenreich, verstopft die letzten Lethefurten
Im seichten Strom die Totgeburt
Treibt träge durch das trübe Naß
Am Grunde der ertrunk'nen Furt
Die Muse zürnt im jähen Haß
Und schreibt in der zittrigen Handschrift des Zorns:
"Steh' auf und fick die Muse..." |
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Mo 26.11.2007 23:00 Uhr | | Die Wälder Nocte Obducta
Die Wälder rufen in mir wieder wach, was war und was verging
Die Schönheit alter Stätten und Gesichter, die mein Aug' geseh'n
Als ich dort wandle, wohin stets mein Schritt mich trägt seit alter Zeit
An was einst war erinnern mich die Wälder meiner Einsamkeit
Die Seelen, die mein Herz erfreuten, sind längst gegangen
Die Schöpfer all der Schriften, die ich las, rief längst der Tod
Die Lehren, die mich formten, sie sind längst vergilbt, vergessen
Und treiben immer weiter fort mit jedem neuen Morgenrot |
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So 16.09.2007 02:58 Uhr | | Hasses Freigang Dornenreich
Hasses Freigang
"Mein Wesen sei Hass auf diesen Wegen
und ist mein Ziel auch weit entlegen,
der Hass treibe mich ihm entgegen."
Wer durch meine Augen in mich gafft,
wird meinen "Wahn lenkt diesen Mann"
und ich werde klagen bitterlic:
"Schuld ist der Hass,
der sich meines Rachewillen wohl entsann,
und mich für sich in Verzweiflung gewann."
Doch Unmut schlich mir in den Nacken,
und kaum war der Tag verstrichen,
war aller Mut aus mir entwichen.
Von da an war ich ausgesetzt dem Hass
und seinem Siegeswille, der kommt und bleibt für höchste Zeit,
für Todesschlag und mehr, mehr bereit.
Was folgte, wage ich nicht zu berichte,
unsäglich verzweifelte, blinde blutige Geschichten.
Bis heute wart´ ich auf das Ende,
ich fürcht´ es wird noch dauern lang,
und wage kaum daran zu glauben -
ein End´ von Hasses freiem Gang
Text - Eviga |
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So 16.09.2007 02:50 Uhr | | In einem Mittsommernachtschatten Nocte Obducta
In einem Mittsommernachtschatten
Von einem jeden Baum fließt Finsternis dem Boden zu
Füllt Wälder schleichend mit der Dunkelheit der Nacht
Schatten kriechen auf zu Wipfeln, umarmen Waldesruh
In Träumen, wo der Duft der Nächte tagesfern erwacht
Düsternis... murmelt in der Stimme kalter Bäche
Mögen Tränen fallen auf Gras
In einem Mittsommernachtschatten
Nachdem die Nacht herabgesunken
In einem Mittsommernachtschatten
Durch nokturne Wälder bläst der laue Wind der Sommernacht
Streicht sanft durch Gras und Farne ruhend unter der Bäume Dach
Auf nokturne Wälder scheint der bleiche Mond der Sommernacht
Beleuchtet schwach die Lichtung im Schlaf, wo jeder Traum bewacht
Düsternis... ruft lieblich unsere Namen
Wenn Schatten zäh vom Himmel fließen
Wabernd, wallend, Nebel gleich
Wenn falsches Licht entstellt das Reich
Mein Zorn wird sich ins Land ergießen
Erstickend jenen falschen Funken
Nachdem die Nacht herabgesunken...
Text - Marcel Va. Traumschänder
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So 16.09.2007 02:37 Uhr | | November Nocte Obducta
November
Etwas ging und etwas kam - der Schnitter lud zum Umtrunk ein
In frostiger Taverne saß ein Mönch, von seinem Gott verlassen
Schnee, vermengt mit Knochenmehl, fiel auf die Sanduhr von Freund Hein
Und einsam zog ein Totengräber durch die zugeschneiten Gassen
Hinter der Taverne, wo der Bach gefroren, standen wir
Doch zogen fort, in schwarz gewandt, in kalten Händen eis´ges Bier
Ein Klavier, umspielt von Schnee, klang unter des Gevatters Hand
Und Knochenflöten hauchten über schneebedeckte Hügel leise
Jüngst entbund´ne Totgeburten, kalt, doch froh, als man sie fand
Pfiffen in der Eltern Träume greulich diese süße Weise
Kinder, die zu früh verstorben, sah man draußen bei dem Hang
Als junges Kinderlachen kalt und fern an bange Ohren drang
Text - Marcel Va. Traumschänder |
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