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Ich
Do
07.12.2006
13:54 Uhr

Spiegelbild

Wer ich bin, das weiss ich nicht

Ich stehe vor dem Spiegel

Doch erkenne ich mich nicht

Eine Fratze glotzt mich an

Entstellt von all den Jahren der Bitterkeit

Und zeigt mir immer wieder ihr Leid

Ich will es nicht sehen

Lass mich in ruh

Warum zeigst du es mir immer und immerzu?

Ich weiss was geschah

Doch ist es vorbei

All die Jahre der Bitterkeit

Von Gefühlen überwältigt ist dieses Gesicht

Schmerzverzerrt und voll Hass

Ich kenne es nicht

Traurig und ängstlich

Das bin ich nicht

Nein das glaube ich nicht

Denn Gefühle zeigen darf ich nicht

Wer ist es wenn nicht ich?

Ich schlage gegen den Spiegel

Bis er zerbricht

Jetzt erkenne ich mich


Do
07.12.2006
13:54 Uhr

musik

sanft und leise ertoent die musik aus den lautsprecherboxen
und ich lausche ihr aufmerksam zu
die musik so zart
wie eine rosenbluete
so klar
wie der morgentau der auf ihr ruht
so lebendig
wie der schmetterling der auf der rosenbluete sitzt
und langsam mit seinen fluegeln schlaegt
dennoch so vergaenglich
der schmetterling fliegt fort
verfaengt sich in einem spinnennetz
tot
der frische morgentau perlt von der bluete
schlagt auf den boden
tot
und die rose, jemand wird sie finden
sie brechen
tot
doch was wird aus dieser musik?
diesem wundervollen klang?
ich werde sie nie vergessen
diese musik, diesen klang
leben


Do
07.12.2006
13:53 Uhr

Freunde

ich glaubte es geschafft zu haben
freunde zu finden mit denen ich jederzeit reden kann
freunde die fuer mich da sind, fuer die ich da bin
wir lachten und scherzten
redeten ueber ernste dinge und auch ueber langweilige dinge
jede minute habe ich genossen
immer in der hoffnung, dass es nie reisst
das band welches uns verbunden hat
freunde, das wichtigste in meinem leben
das was mich gluecklich machte
ich fuehlte mich frei in ihrer gegenwart
frei von den vielen gedanken
frei von aengsten und trauer

doch wo sind sie nun?

wo sind sie hin?
niemand da zum reden
niemand da zum lachen
fuehle mich so einsam und leer
ich spuere kein glueck, keine freude
zwei der mir wichtigsten menschen,
muss staendig an sie denken
kann nicht schlafen kann nicht essen
kann die gespraeche nicht vergessen...
will sie nicht vergessen, denn das ist das einzige was mir im moment bleibt
und so warte ich, sehe wie die zeit verstreicht
mit der wachsenden angst neue freundschaften zu schliessen
vergroessert sich die leere
doch ein funken hoffnung bleibt
in dem leeren loch, in dem meine seele treibt


Do
07.12.2006
13:51 Uhr

Für immer verloren

Du warst mein Begleiter, Inhalt meines Lebens
Bautest mich auf, in Schmerz und Leid
Gabst mir Hoffnung, für lange Zeit
Zwischen uns gab es weder Neid noch Streit
Kämpftest mit mir, Seit´ an Seit´
Immer bedacht auf die Einigkeit

Doch nun liegst du brach in Kummer und Leid
Wartest nicht mehr auf die Ewigkeit
Fällst zu Boden wie ein geworfener Stein
Kann dich nicht halten, bin allein

Unter Kreuze, Moos und Friedhofsengel
Steinern, stumm und schmerzlich
Liegst du nun brach, verloren und zerbrechlich
Deine letzte Kraft schenkst du mir
Und gehst für immer fort von hier

So bist du fort und ich allein
Würde froh, wenn du könntest wieder bei mir sein
Liegst begraben unter Sand und Stein
Und ich steh hier vor deinem Stein, ganz allein


Do
07.12.2006
13:50 Uhr

Stille

Für kurze Zeit gut

du kannst abschalten

Ruhe finden

doch wie lange?

nicht lange

du sehnst nach Gesellschaft

suchst einen Weg aus der Einsamkeit

und dennoch

du findest ihn nicht

Stille, Schweigen, Ruhe

es schreit in deinem Kopf

zerfrisst dich, deine Seele

und du willst schreien

doch du schweigst

Traenen der Einsamkeit, der Sehnsucht

rinnen ueber deine wangen

doch du schweigst

Warum weinen?

Warum schweigen?

Warum nicht schreien?