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| 17.04.2010 19:51
Irmi47(75)
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Von weitem sichtbar, überragt auf einem 578 Meter
hohen Felsrücken Schloss Fürstenstein das Dreiburgenland.
Die fürstlich anmutende Schlossanlage ist zugleich
Namenspatron für die rund 3.500 Einwohner zählende Gemeinde
und begleitete ihre Bewohner durch die rund tausendjährige
wechselvolle Ortsgeschichte.
 
Wer sich näher mit der Entwicklung Fürstensteins befasst,
bemerkt schnell, dass sich die Geschichte des Ortes
mit der Historie des Schlosses deckt.
Bis heute konnte nicht geklärt werden,
wann genau die Burganlage erbaut wurde.
Fest steht nur so viel:
Die Grafen von Hals sind als früheste Besitzer der Burg bekannt.
In einem erbitterten Machtkampf eroberte im Jahre 1332
Herzog Heinrich der Natternberger die Festung und
zerstörte sie mit all ihren umliegenden Gehöften.
Mehrere Jahrzehnte müssen wohl verstrichen sein,
bis einer der Nachfolger Heinrichs das in Schutt und Asche
liegende Schloss wieder aufbaute.
Seine Besitzer waren in zeitlicher Reihenfolge:
Herzog Albrecht von Bayern,
Landgraf Johann von Leuchtenberg,
die Schwarzensteiner und Taufkirchner,
Nothaft von Wernberg sowie die
Adelsfamilien Perusa und Qyen.
 

Zusammen mit seiner Ehefrau Martha von Taufkirchen
errichtete Hans Christof von Türkheim im Jahre 1629 eine Schlosskapelle
nach dem Vorbild der Altöttinger Gnaden-kapelle.
Das in den Jahren 1956/57 erweiterte und im Jahr 2004
anlässlich des 375jährigen Gründungsjubiläums
grundlegend renovierte Gotteshaus ist für die Pfarrei heute
die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt und beliebte
Wallfahrtsstätte des Dreiburgenlandes.
Bei einem verheerenden Brand wurde 1848 das zwischenzeitlich
in Privatbesitz befindliche Schloss fast vollständig zerstört.
J. R. Schuegraf beschrieb den Zustand des Schlosses wie folgt:
„Unbewohnt, von allen Seiten der Fenster und des Daches beraubt,
hier und dort eingefallene Mauern,
gleicht jetzt die Burg einer hohlen Larve,
einem Gespenst.
Bald werden wir wieder um eine Burgruine mehr im Bayerischen Wald zählen.“
Diese Prophezeiung Schuegrafs bewahrheitete sich zum Glück nicht.
Die nach dem Brand notdürftig wieder hergerichtete ehemalige Ritterburg
fand nämlich einen großherzigen Gönner:
Der Passauer Bischof Heinrich von Hofstätter.
1861 erwarb er die Brandruine für 2.300 Gulden
und ließ sie für die damals stolze Summe
von über 82.000 Gulden vollends instand setzen.
 
Anschließend übereignete Bischof Heinrich das Schloss
dem Orden der Maria-Ward-Schwestern,
die dort anfangs eine Mädchenschule sowie kurz darauf eine Anstalt
für verwahrloste Kinder unterhielten.
Schließlich entwickelte sich aus der „Rettungsanstalt“
eine renommierte Heimvolksschule für Buben.
Während des II. Weltkrieges wurde das Schloss
in ein Lazarett für Verwundete umfunktioniert und beherbergte
nach Kriegsende ab August 1945 für einige Monate bis zu hundert Lungenkranke.
Schließlich konnte im September 1946 die Heimvolksschule ihren Betrieb
wieder aufnehmen. Zu Spitzenzeiten wurden über 200 Schüler unterrichtet.
Rückläufige Schülerzahlen und Nachwuchsmangel
an Ordensschwestern zwangen die Maria-Ward-Schwestern jedoch,
die Pforten der Heimvolksschule im Herbst 2001 zu schließen
und das Haus aufzugeben. Seit Mai 2007 befindet sich das Schloss in Privatbesitz.
 
---- Dieser Beitrag wurde am 17.04.2010 19:58 editiert!
------ Irmi 47
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