So 11.02.2007 12:55 Uhr | | Manche Menschen Gedicht von Petrus Ceelen
Manche Menschen wissen nicht,
wie wichtig es ist,
dass sie einfach da sind.
Manche Menschen wissen nicht,
wie gut es tut,
sie nur zu sehen.
Manche Menschen wissen nicht,
wie tröstlich
ihr gütiges Lächeln wirkt.
Manche Menschen wissen nicht,
wie wohltuend
ihre Nähe ist.
Manche Menschen wissen nicht,
wie viel ärmer
wir ohne sie wären.
Manche Menschen wissen nicht,
dass sie ein Geschenk
des Himmels sind.
Sie wüssten es -
würden wir es ihnen sagen!
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Di 06.02.2007 19:38 Uhr | | Verantwortung Gedicht von Helmut Gollwitzer
Nichts
ist gleichgültig.
Nichts
geht verloren.
Alles,
was wir tun
oder nicht tun,
kann unendliche
Perspektiven haben.
Keine Flucht
kann
auf die Dauer
gelingen.
Es kommt
alles
noch einmal
zur Sprache. |
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So 04.02.2007 18:38 Uhr | | Beppo, der Straßenkehrer aus: Momo, Michael Ende
Beppo, der Straßenkehrer, tat seine Arbeit gerne und gründlich. Er wusste, es war eine sehr notwendige Arbeit. Wenn er die Straßen kehrte, tat er es langsam, aber stetig: bei jedem Schritt einen Atemzug und bei jedem Atemzug einen Besenstrich. Schritt - Atemzug - Besenstrich. Dazwischen blieb er manchmal ein Weilchen stehen und blickte nachdenklich vor sich hin. Und dann ging er weiter - Schritt - Atemzug - Besenstrich.
"Siehst du, Momo", sagte er eines Abends, "es ist so: manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, das kann man niemals schaffen." Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort: "Und dann fängt man an, sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedesmal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen."
Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weiter: "Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten."
Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte: "Dann macht es Freude, das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein. Und auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste." Er nickte vor sich hin und sagte abschließend: "Das ist wichtig." |
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So 04.02.2007 17:23 Uhr | | Echt anständig Das Dunkle in uns...
Wir alle haben schon mit ihnen zu tun gehabt:
Menschen, die nach außen korrekt und gepflegt auftreten,
doch wir spüren, dass sie ihre eigenen Ziele durchsetzen werden
ohne Rücksicht auf Verluste.
Sie verstehen es, ihre dunklen Seiten zu verstecken
hinter einer Maske von Anständigkeit.
Wie viel besser wäre es für sie und für uns,
das Dunkle nach außen kommen zu lassen,
und man könnte sich auf offene Art mit ihnen auseinander setzen.
In uns selbst gibt es das gleiche Muster:
Das Dunkle in uns decken wir gerne
mit Wohlanständigkeit und einer guten Fassade zu.
Doch unsere dunklen Gedanken leben in unserem Herzen
und richten dort Unheil an.
Besser wäre es, sie würden ans Licht kommen.
Wir sollten weniger Angst davor haben,
was die anderen dazu sagen,
wenn sie unsere Schattenseiten sehen.
Vielmehr sollten wir darauf Acht haben,
was unsere Schattenseiten in uns zerstören können,
wenn wir sie verdrängen.
Klaus Metzger-Beck
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So 04.02.2007 17:14 Uhr | | Die Zeit Gedicht von Sabine Ulrich
Am Tage deiner Geburt erhältst du sie
als Geschenk:
die Zeit.
Sie liegt wie ein leeres, unschuldiges Blatt
in deinen Händen,
und du wirst darauf
deine Geschichte beginnen.
Die Zeit lässt dich teilhaben
an der Fülle des Lebens.
Sie gibt dir oft im Übermaß
und nimmt dir manchmal,
was du am meisten liebst.
Dennoch erweist sich die Zeit
als dein Freund,
denn sie heilt deinen Schmerz.
Beinahe unbemerkt, doch beständig
trägt sie ihn mit sich fort,
mit jedem Tag ein winziges Stück,
bis hin zu jenem Moment,
wo du deinen Kopf wieder heben wirst,
damit die Sonnenstraheln dein Gesicht
berühren können.
Sabine Ulrich
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